Ich hasse Reiseblogs (+ der Rest vom Reiseblog)

Heute mal etwas in eigener Sache vorab. Wer sich dafür nicht interessiert, kann gleich bis zur nächsten Überschrift herunterscrollen. Danke!

Ich wollte nie einen Reiseblog schreiben, dass habe ich vorher jedem gesagt, mit dem ich mich über die Idee zu diesem Blog unterhalten habe. „Reiseblogs finde ich langweilig“, habe ich gesagt. Nun, in gewisser Weise stimmt das ja auch. Ich finde Reiseblogs langweilig. Da schreibt jemand wie toll es irgendwo ist, was man alles mal gesehen haben soll (was auch jeder sieht und beschreibt, der es schon mal gesehen hat) -gähnende Langeweile.
Ich habe eigentlich einen höheren Anspruch, als gebetsmühlenartig jeden Mist aufzuschreiben und zu erzählen, den schon tausend Leute vor mir aufgeschrieben und erzählt haben. Oh ja, glaubt mir, ich hasse Reiseblogs. Ich lese sie nicht. Ich finde sie furchtbar.

Wie es der Zufall so will, habe ich nun aber ausschließlich von unterwegs geschrieben. Ich war also auf einer Reise. Und ich habe in einem Blog veröffentlicht. Das wiederum legt die Vermutung nahe, ich mache hier einfach einen dieser vielen Reiseblogs auf, zeige euch ein paar Bilder die Sehnsüchte nach Sommer und Urlaub in euch wecken sollen und that’s it. Will ich aber nicht.

Ich war nun mal knapp vier Wochen Urlaub machen und musste deshalb auch zwangsläufig erst mal von unterwegs schreiben und meine Eindrücke, die ja übrigens die ersten ihrer Art waren, auf diese Art sortieren, niederschreiben und teilen. Darüber hinaus ist man natürlich auch hier und dort mal unterwegs. Nichtsdestotrotz:

Ich hatte es mir, wie es auch noch auf meiner „über mich“ Seite steht, zum Ziel gesetzt, einen etwas anderen Blick auf dieses Land und die Leute zu haben, die Gewohnheiten, Besonderheiten, die Unterschiede zu Deutschland und Europa. Hier und dort lasse ich das durchaus durchblicken, aber die meisten Beiträge waren geprägt vom „unterwegs sein“. Das wird sich in Zukunft ändern. Ich habe schon viele Ideen für noch mehr verschiedene Dinge, die mir bereits aufgefallen sind, und im Alltag auch weiterhin auffallen. Ich bin mir nur noch nicht ganz sicher, wie genau ich da herangehen soll. Eine alphabetische Liste? Einfach drauflos schreiben? Mit einem Konzept oder doch durcheinander?

Das ist der Punkt, wo ich gerne mal Feedback hätte. Viele Leute sagen mir, sie lesen hier gerne, was ich schreibe. Klar, das ist oft auch nur eine Höflichkeitsfloskel, aber manchen glaube ich das natürlich auch. Also: Hat jemand eine Idee, wie ich meine zukünftige Beiträge organisieren kann? Womit ich anfangen soll? Benutzt bitte die Kommentarfunktion, Facebook oder schreibt mir via Kontaktformular eine Nachricht.

Danke!

Euer reisebloghassender Olli

Tagbilaran – Manila

Zurück in Tagbilaran, das Busterminal befindet sich an der größten Mall der Stadt, suchten wir zielstrebig den Supermarkt auf. Wir hatten noch drei Nächte Aufenthalt in der Stadt und brauchten dringend wieder einen dieser großen Wasserkanister, da der Kauf von 1l Flaschen auf Dauer wenig zielführend ist.
Anschließend fanden wir in der ICM Mall noch eine gute Möglichkeit, etwas zu Abend zu essen. Die ersten vegetarischen Burger, vegetarischen Quesadillas und vegetarischen Burritos die mir auf meiner Reise begegneten sollten, begegneten mir hier. Ich war ganz entzückt und ziemlich hungrig.
Das Essen war kein Highlight von dem sich meine Ahnen noch in Generationen erzählen werden, aber es war ganz okay. Und es war endlich mal etwas Anderes.

Durch die Verschiebung im Ablauf (ihr erinnert euch an Loboc) und einen groben Planungsfehler unsererseits waren wir nun statt einem Abend vor Abflug schon drei Abende vor Abflug wieder in der Stadt, die nichts zu bieten hat. Wir waren natürlich schlaue Füchse und haben uns via booking.com am Morgen noch zwei Nächte in dem Hotel reserviert, in dem wir sowieso die dritte Nacht reserviert gehabt haben. Aus welchen Gründen auch immer konnte das Hotelpersonal mit unserer Reservierung aber nichts anfagen. Entweder lief da bei booking.com was falsch, die haben ihre E-Mails nicht gelesen oder wasweißich. Jedenfalls standen wir nun da und hatten kein Zimmer. Man versprach uns, sich zu kümmern, und ließ uns kurz warten. Nach ein paar Minuten sagte man uns, sie hätten eine gleichwertige Bleibe organisiert und ein Fahrer würde uns hinfahren.

Nun, wie soll ich es sagen. Wir achten ja darauf, immer fußläufig alles gut erreichen zu können. Durch die unplanmäßige Umbuchung hat das leider nicht geklappt. Wir waren ca. eine halbe Stunde Fußweg von der Innenstadt entfernt. Der Abend war also schon gelaufen, wir machten es uns bequem und schalteten den TV ein.
Dieses Zimmer war grundsätzlich okay. Vielleicht ein bisschen abgewohnt und irgendwie war schon länger niemand mehr drin. Aber es war okay. Allerdings war das die bisher größte Indoor-Ansammlung von Moskitos die ich jemals gesehen habe. Die erste Stunde verbrachte ich sitzend auf der Bettkante, denn hinlegen hätte sich nicht gelohnt, und tötete über zehn der blutsaugenden Mistkerle.

Die nächsten Tage war ein bisschen verloren, weil wir erst sehr spät aus dem Knick kamen. Außer einem langen Spaziergang durch die Kehrseite der Badehalbinsel Panglao, nämlich das Armenviertel statt den weißen Stränden und teuren Hotenanlagen, haben wir nicht mehr viel gemacht. Am Vortag unseres Rückfluges wechselten wir ja das Hotel in unser ursprünglich Gebuchtes, was aber auch nur bedingt besser war. Die Möbel waren stark verwohnt, überall splitterte Farbe ab/war Farbe bereits abgerieben, der Fußboden erzählte ein Lied von mehreren Jahrzehnten und das gesamte Haus trauert der letzten Renovierungsaktion wohl schon etwas länger hinterher. Was in einem deutschen Reisekatalog zur massiven Abwertung geführt hätte, kann einen hier allerdings noch froh stimmen. Die Handtücher waren sauber und dufteten frisch, der Durchlauferhitzer im Bad funktionierte und gab gleichmäßig erwärmtes Wasser aus (der vom Vortag begnügte sich mit „eiskalt“ und „kochend heiß“, unbeachtet der Einstellmöglichkeiten) und es war alles sauber.

Ein echtes „Highlight“ durften wir am letzten Abend doch noch erleben. Am Vortag war uns schon das Restaurant „Golden Cowrie“ aufgefallen, in dem, neben den typischen Fleisch- und Fischgerichten, auch vegetarische Speisen auf der Karte stehen. Soweit noch nichts allzu Außergewöhnliches. Wir betraten den Laden und wunderten uns über alles, was folgte: Der Kellner war UNGLAUBLICH hilfsbereit, freundlich, zuvorkommend und vor allem geschult. Bisher wurden selbst die kleinsten Fragen mit einem „Ich muss kurz in die Küche gehen und fragen“ quittiert (sogar, ob man ein Käse-Schinken-Sandwich ohne Schinken zubereiten kann, kein Witz!), aber dieser Herr wusste einfach alles und konnte uns jede Frage umgehend beantworten. Ich war begeistert. Außerdem scherzelte er ein bisschen über München, Bier und das Oktoberfest, als er merkte, dass wir aus Deutschland sind.
Ich hatte mein asiatisches Lieblingsgericht, „Adobong Kangkong“ mit Knoblauchreis, Miriam eine Suppe und vegetarische Frühlingsrollen. Das Essen war gut, sehr umfangreich und absolut erschwinglich. Der Laden kriegt von mir definitiv eine Empfehlung. Golden Cowrie ist übrigens eine kleine Kette mit weiteren Restaurants auf Leyte, Cebu, Negros und Mindanao, leider nicht in Luzon.

Am nächsten Morgen frühstückten wir ein Dutzend süße Teilchen von Dunkin‘ Donuts und ich goß mir einen mittelmäßigen Kaffee in den Hals. Aus Zeitgründen verlegten wir das Frühstück in den unbestuhlten Abflug-Wartebereich im Flughafen, damit ich den Check-In schon hinter mich bringen konnte. Ich flog davon, während Mimi noch rund anderthalb Stunden auf ihren Flug warten musste. Sie nutzte die Zeit und machte ein paar Bilder vom Flughafen in Tagbilaran, die ich euch vor ein paar Wochen schuldig geblieben bin, hier aber nachreichen möchte:

Wartebereich am Flughafen. Außen. Und nein, es gibt keinen Innenraum mit Stühlen.

Wartebereich am Flughafen. Außen. Und nein, es gibt keinen Innenraum mit Stühlen.

Auf dem Weg ins Flugzeug.

Auf dem Weg ins Flugzeug.

Blick zurück auf den..."Terminal"

Blick zurück auf den…“Terminal“

Ich selbst bin ja auch noch lange kein Flugprofi, aber das hier wirkt schon alles sehr rudimentär. Ein bisschen so, wie Busfahren.

In Manila wartete ich die anderthalb Stunden auf Mimi und hatte Zeit mein Buch zu beenden (alle bei Facebook werden sich sicherlich an den Beitrag erinnern können).

Das war er also, der Urlaub. Hallo Manila!

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