The red, the white, the blue #2

Ich war gar nicht im Urlaub, ich hab gechemtrailt! (Bild: wikipedia)

Vor einigen Jahren habe ich eine Geschichte über einen jungen Mann gelesen, der seine Verwandtschaft in den USA besuchen wollte. Laut eigener Aussage war der Mann auch Hobbymusiker, Gitarrist, und hatte sich dem Blues und Bluesrock verschrieben. Er fragte kurzerhand via E-Mail bei ein paar Bars an, ob er dort mal für einen Abend spielen könnte. Unentgeltlich. Die Antworten waren durchweg positiv, man versprach ihm eine Beteiligung am Trinkgeld, etwas zu Essen und freie Getränke. So oder so ähnlich müsste es gewesen sein.
Jeder, der auch nur den Hauch mit Blues oder Rockmusik zu tun hat, kann sich vorstellen, was mit dem Gedanken, einfach mal ein paar Abende in ein paar Bars zu spielen, alles verbunden wird. Da spülen sich gleich unwiderruflich sämtliche Roadmovies mit Musikerkontext ins Gedächtnis und schreien „Freiheit, Glück, Abenteuer!“.

Das Abenteuer dieses Mannes hörte relativ schnell wieder auf, genauer: Schon am Flughafen ließ der Heimatschutz seinen Traum platzen. Laut eigener Aussage verhörte man ihn stundenlang ohne ihm überhaupt mitzuteilen, was man ihm vorwarf. Immer wieder die gleichen Fragen: Was er in den USA wolle, wieso, weshalb, warum. Nach einiger Zeit konfrontierte man ihn dann letztendlich mit dem Vorwurf, er wolle in den USA arbeiten, was mit seinem Visastatus aber nicht erlaubt sei. Deswegen wird ihm die Einreise verweigert und er muss wieder zurückfliegen. Sämtliche Versuche, den Sachverhalt zu dementieren, verliefen im Sande. Am Ende legte man ihm seinen elektronischen Schriftverkehr mit den entsprechenden Lokalitäten vor, die Entlohnung via Trinkgeld und kostenlose Verpflegung reichten den Behörden, um ein (illegales) Arbeitsverhältnis festzustellen.

Was an dieser Geschichte wahr ist, weiss ich nicht. Vielleicht ist sie auch komplett erfunden. Plausibel ist sie aber in jedem Falle. Und so generierte ich auch eine gewisse Grundangst, aus irgendwelchen Gründen die Einreise verweigert zu bekommen. Leicht paranoid? Womöglich. Mehr dazu an einer anderen Stelle.

Augen auf beim Ticketkauf

Wir buchten uns einen Flug mit KoreanAir über den Saftladen AirNGo. Warum Saftladen? Wir buchten den Flug, überwiesen die rund 3000 EUR und warteten. Die Buchung wurde von KoreanAir nicht bestätigt, nach rund 48 Stunden meldete sich AirNGo und entschuldigte sich mit einer automatischen Standardmail -man würde uns das Geld zurücküberweisen. Das hat man auch getan, allerdings erst nach rund 10 Tagen. Wir wussten also, dass wir den Flug nicht bekommen haben, konnten aber keinen neuen Flug buchen, weil unser Geld im Äther unterwegs war (oder AirNGo diesen zinsfreien Kurzkredit für ihren Wirtschaftskreislauf brauchten).
In dieser Zeit schossen alle Alternativen preislich in die Höhe. Als unser Geld endlich wieder zurückgebucht war, lagen alle Flüge mindestens 300 EUR über unserem ursprünglichen Budget. Wir waren kurz davor in den sauren Apfel zu beißen als sich, wie durch ein Wunder, ein DELTA-Airlines Flug aufgetan hat. Wir buchten über die Webseite der Airline (günstiger als über diverse Flugbuchungsseiten) und alles war wieder in Ordnung. Also liebe Freunde: Solltet ihr mal etwas Zeitkritisches buchen wollen, denkt vielleicht an diese kleine Geschichte und benutzt einen anderen Shop. Danke.

Vorfreude

Der aufmerksame Leser wird mitbekommen haben, dass ich mit der Auswahl an Essen auf den Philippinen nicht so unbedingt glücklich bin. Aus diesem Grund hatte ich unglaubliches Verlangen nach lauter (auch ungesundem) Zeug, das ich unbedingt essen wollte. Hier eine kleine (unvollständige) Auswahl:

  • Twinkies (u.a. dank Zombieland)
  • Taco Bell (Quesadillas)
  • Krispy Kreme Donuts. Echte. Donuts. Aus. Donutland.
  • Pizza
  • FRISCHES GEMÜSE OHNE BRAUNE STELLEN
  • Cornflakes in allen erdenklichen Variationen
  • Säfte, die auch so schmecken, wie man das erwartet
  • EIS EIS EIS EIS EIS
  • Vegetarische Burger
  • Alkoholfreies Bier

Neben den o.g. Dingen standen natürlich auch Aktivitäten auf meiner Liste. Den obligatorischen Schießstand habe ich wegen dem zu hohen Redneck-Nerdfaktor vorerst gestrichen, das hole ich im Laufe meines Lebens aber vielleicht noch nach. Wichtig war mir der Besuch eines NBA Spiels, ein Football-Spiel (College oder NFL), Ausflüge in die Natur/Fahrrad fahren und, auch wenn ich da sehr lange gemischter Meinung war, natürlich auch Disneyworld. Ich ergänzte die Liste außerdem durch motorisierte Spaßgaranten wie Go-Karts, Mudkarts und ATVs.

Ganz so durchmaterialisiert möchte ich aber auch nicht rüberkommen, ich war natürlich auch total neugierig darauf, diesen Teil von Mimis Familie kennenzulernen, einfach mal rumzuhängen und mich auch auf die Suche nach diesem USA-Spirit zu begeben, der noch als leichter Nachgeschmack aus vergangenen Tagen in den letzten Ecken meines Hirns…äh…wabert.

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Gibt’s in den USA nur dank Zuwanderung: Echte „Indianer“! (Bild: gololz.com)

Kulinarische Kompromisse

Unser Flug mit Delta von Manila über Tokyo-Narita, New York nach Orlando verlief weitestgehend unspektakulär und war so langweilig, wie Langstreckenflüge langweilig sind (ich klinge schon wie ein alter Hase!). Ich muss allerdings was zur Airline loswerden:

  • Ich finde es total hervorragend, dass bei Delta auch noch Leute beschäftigt werden die nicht so aussehen, als produzieren sie in ihrer Freizeit Schmink- und Schönheitstutorials auf YouTube. Ehrlich, die Flugbegleiter von Delta sind durchweg ganz normale Menschen wie Du und Ich. Das war ziemlich beeindruckend, nur…
  • ….könnten diese Mitarbeiter dann trotzdem mal versuchen freundlich zu sein und sich ein Lächeln abringen. Wenigstens manchmal. Nur ein bisschen. Bitte.
  • Die Filmauswahl ist superb, ich hatte das Gefühl auf ein doppelt so umfangreiches Programm zurückgreifen zu können wie bei Etihad. Leider…
  • …sind die ausgegebenen Kopfhörer unglaublich schlecht. Ich bin mir sicher, dass man audiophile Menschen damit töten kann. Sehr schnell. Glücklicherweise reise ich nie ohne meine eigenen Kopfhörer, für die auch ein Adapter beilag (sehr vorbildlich!).
  • Das Essen war furchtbar. Es. war. so. schlecht. Wir hatten beide das Lacto-Vegetarische Menü und spekulierten auf Brötchen zum Frühstück, nachdem man mit dem Asiatisch-Vegetarischen Menü immer nur elendige Reisgerichte frühstücken darf. War aber nix. Wir hatten exakt ein Gericht, das halbwegs taugte (Penne mit Gemüse in Sahnesauce, überbacken mit Käse), der Rest war furchtbar. Anstatt dieser netten kleinen Frühstücksbrötchen gab es kleine Laugenbrötchen, über die sich jeder linksautonome Steinewerfer gefreut hätte.
  • Der Kaffee war von Starbucks. Ich hasse Starbucks. Damit bin ich aber ziemlich allein, schätze ich.
  • Die Flugzeuge sind irgendwie schon ein bisschen älter. Das Entertainment System mag zwar ganz nett sein (Filmauswahl), USB-Stecker oder sogar Steckdosen in der Economy-Class (gesehen bei Etihad) sind hier aber leider Fehlanzeige. Wer im Flugzeug also was zocken will, sollte eine andere Airline wählen -oder sich in die Business-Class buchen.
  • Delta hat die wohl WITZIGSTEN Sicherheits-Videos die es auf dieser Welt gibt. Das Internet ist voll mit vielen verschiedenen Versionen, diese hier war unsere (die aktuellste):

Ich würde Delta also nur bedingt weiterempfehlen, so richtig schlecht war das jetzt aber auch nicht. Meine Einschätzungen sind aber auch unglaublich subjektiv, emotional und wollen gar nicht anders sein, so richtig zufrieden war ich mit Etihad ja auch nicht.

Meinen „ersten Eindruck“ verschiebe ich jetzt auf den nächsten Beitrag, da ich hier schon an den 1000 Wörtern kratze. Außerdem brauche ich dafür Bildmaterial, was ich gerade nicht zur Hand habe. Also heißt es damit..

Beim nächsten Mal: Alles über meinen ersten Eindruck und was uns Videospiele über die Welt erzählen können.

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