Schreiben ist doof!

Motivationskrise

Ihr glaubt gar nicht, wie widerwillig mir diese Zeilen von der Hand gehen, wie faul und uninspiriert ich bin. Wie anstrengend ich das Tippen finde. Und wie ich mich dagegen sträube, irgendwelche Fehler zu korrigieren. Seit vier Monaten weiß ich genau, was ich in meinen nächsten USA Beitrag schreiben möchte. Seit zwei Monaten habe ich hunderte von Bildern auf der Kante und mindestens fünf erzählenswerte Geschichten vom wunderschönen Borneo -aber einfach keine Lust, mit meinen Fingern auf der Tastatur diese Texte auch zu verfassen.

Wordpress auf Macbook

Wieso kam ich damals eigentlich auf die Idee, einen Blog zu schreiben? Vielleicht weil ich glaubte, dass ich auch irgendwie Schreiben kann. Nun, das kann ich auch, so wie annähernd jeder, der das Glück hatte die Schule zu besuchen. Aber was ist eigentlich mit diesen Leuten, die viel und gerne Texte produzieren. Fühlen die sich dabei auch gut, wohl, angenehm, befriedigt? Ich mich jedenfalls nicht. Es ist ein bisschen so, als müsste ich irgendwas abliefern, damit ich mir selbst auch gerecht werden kann. Aber eine unglaubliche Freude, wenn ich hier in die Tasten haue? Das kann ich mir nur schwer vorstellen.

Klar, nachdem ein Beitrag fertig ist, kann ich mir auch auf die Schulter klopfen und sagen „Hey Oliver, das hast du gut gemacht!“. Hab ich das? Vermutlich schon. Aber reicht diese Motivation auch bis zum nächsten Eintrag? Oftmals nicht. Irgendwie hat es immer so einen leichten Muff von Arbeit.

Generelle Schreibunlust

Ich war früher viel in Online-Foren aktiv. Und mit aktiv meine ich eigentlich sehr aktiv. Damals, im guten alten Kellerboard, da hat mein Post-Counter geglüht. Auch wenn da viel Schrott dabei war, so habe ich auch die eine oder andere Textwand abgeliefert, mir Zeit genommen meine Gedanken auszuformulieren und alles mit Argumenten untermauert. Manchmal zumindest.
Aber wo ist dieser Elan denn hin? Ich bin heute noch immer in Foren aktiv, die ich thematisch sehr ansprechen finde. Und ich lese da sehr viel. Ich habe auch viel Lust, mich an Diskussionen zu beteiligen und ich habe zu jedem Thema, das mich interessiert, auch eine Meinung. Zur Kundgabe kommt es aber in den wenigsten Fälle. Insbesondere im Forum meines Lieblingspodcasts treibt sich so mancher schlaue Kopf rum und verfasst ellenlange und sehr lesenswerte Beiträge. Wenn man da mit einem dreizeiligen  antwortet, bekommt man schon annähernd Minderwertigkeitskomplexe, mindestens jedoch bleibt der fade Beigeschmack, seinen eigenen Gedanken nicht gerecht werden zu können. Ich fühle mich dann limitiert.
Ich stehe mir selbst im Weg. In meinem Kopf ist alles fertig, die ganze Aussage schon gedacht, konstruiert, zementiert -aber ich bekomme sie nicht in meine Finger, ohne wahnsinnig zu werden. Wie gerne würde ich das wieder ändern.

Abhilfe?

Als ich noch ein Kind/Jugendlicher war und Windows 95 das Maß der Dinge, war es total populär, Spracheingabe-Software zu vermarkten. Wie es der Zufall so wollte, lag unserem PC damals natürlich auch eine solche Software bei. Ich versenkte mehrere Stunden in die Installation, Einrichtung und das Training ebendieser Software, nur um danach total ernüchtert zu der Erkenntnis zu kommen, dass ein fehlerfreies Diktat so schnell nicht zum Skillset meines Computers gehören wird.

Jahre später entdeckte ich diese Funktion wieder, wurde neugierig und habe sie ausprobiert. Ich glaube, das war in Windows XP. Die Ergebnisse waren nicht minder ernüchternd. So richtig elegant ging das nicht von der Hand. Und was bitte nützt mir eine Spracherkennung, die grammatikalische Regeln nicht korrekt anwendet, in jedem Satz zwei Fehler einbaut und wo das einfügen von Sonderzeichen unglaublich viel Energie verschlingt: „Doppelpunkt. Anführungszeichen oben“.

Und nun?

Mir wird nichts Anderes übrig bleiben, als selbst zu schreiben. Auch wenn sich die Software verbessert haben sollte, auf Reisen mit einem Computer sprechen und allen um mich herum meine Gedanken offenbaren, noch bevor sie richtig zu Ende gedacht sind? Nein, das fühlt sich auch irgendwie komisch an. Einfach aufhören? Manchmal würde ich das wirklich gerne. Aber ich mag natürlich auch zeigen, was ich erlebt habe und vor allem wie ich es erlebt habe.

Ich bin noch nicht hinter das Geheimnis des (leichtgängigen) Schreibens gekommen. Man möge es mir aufzeigen.

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